Celtii-Nordica


Direkt zum Seiteninhalt

Tsaja

Bewohner > Friedhof

Name Tsaja Winterkalt
Rasse Elf
Profession Priesterin
Rang Hüterin des Orakels

Es war eine Schneeumtobte Nacht im Palast der Eiselfen, oben in der Nähe des Gipfels Ab`Chaban´s. Eisiger Wind trieb den Schnee vor sich her, dass dieser wie Nadelspitzen in die Haut stach. Unruhig wanderte Shayarina Winterhauch, meine Großmutter, im Saal auf und ab. Immer wieder schaute sie hinaus in das Schneetreiben. Als plötzlich hinter ihr die Tür aufflog und Fhayarina Firnatem auf Lariel Eisbringer gestützt, vom Wind getrieben den Saal betraten. Lariel stützte sie. Die Reise muss sie doch sehr angestrengt haben. Schützend legte sie die Arme um ihren Leib und blickte zu ihrer Mutter. Diese nickte nur verstehend, nahm ihre Tochter bei den Armen und geleitete sie ins Schlafgemach. Das Orakel hatte es angekündigt, die Geburt stand kurz bevor.
"Lariel", sprach sie "bete zu den Göttern. Mehr kannst du nicht tun." Beruhigend schaute sie ihm dabei in die Augen, dann wendete sie sich um und betrat, die Türen hinter sich schließend, das Gemach ihrer Tochter.
Stunden vergingen, nur ein Augenblick im Leben eines Elfen, aber Lariel schienen es Wochen zu sein. Er kniete vor dem Altar und betete, wie Shayarina es ihm aufgetragen hatte. Zu den Wesen die sein Leben und das seines Volkes bestimmten. Yarl, Niam, Fajor und Lindra. Als die Tür zum Gemach seiner Gefährtin sich endlich öffnete und Shayarina mit einem Bündel im Arm den Saal betrat, stand er auf und sah ihr in die Augen. Sie nickte. Dann schaute er in das Bündel. Eisblaue Augen blickten ihm entgegen. Weiße Haare mit einem Schimmer von Raureif. Lächelnd nahm er Shayarina das Bündel ab. Seine Tochter. Tsaja Winterkalt. Mit mir im Arm betrat er das Gemach meiner Mutter. Lächelnd und ein wenig erschöpft blickte sie ihm entgegen. "Du musst dem Eiskind über die Geburt einer neuen Hüterin berichten", sprach sie. "Ich weiß, doch gewähre mir einen Augenblick mit euch." Dann legte er seine Tochter in die Arme ihrer Mutter und machte sich auf den Weg nach Thunganor zum Turm des Hohen Rates, wo der derzeitige Aeducnos weilte.

Es kam nicht oft vor, dass einer der Eiselfen nach Thunganor reiste, aber dies war die Reise wert. Am Turm des Hohen Rates angekommen, wurde Lariel sofort in die Gemächer des Eiskindes geführt. Den Wachen die ihn begleiten, nickte er freundlich zu, nach ihren Namen fragte er nicht. "Ich habe dich bereits erwartet", sagte Aeducnos, der, genau wie seine Vorgänger und auch seine Nachfolger, den Namen bei Amtsantritt verliehen bekam. Lariel verbeugte sich ehrerbietig. "Ich bringe Kunde von der Geburt einer neuen Hüterin, wie es das Orakel vorausgesagt hat, ehrwürdiges Eiskind." "Das ist gut. Viele sind im vergangenen Krieg gefallen. Ihr werdet Unterstützung brauchen können." "Was ist mit der Prophezeiung des Orakels, Eiskind?" "Im Dunklen liegt der Weg des Kindes. Sie wird das helle Licht der Götter brauchen um ihn zu finden. Erzieht sie im Glauben und bildet sie zur Hüterin aus. Es wird die Zeit kommen, das derjenige kommt, dem sie helfen soll." "Euer Wort ist weise, Eiskind. Mögen die Götter mit Euch sein." "Und mit Euch, Lariel. An duyo noz vermeo patra luz tarmeo." Mit diesen Worten verließ Lariel den Raum und begab sich auf den Weg zurück nach Ab-Chaban, seiner Gefährtin und dem Kinde.

So wurde ich also im Glauben erzogen und zur Hüterin ausgebildet. Mein Vater und meine Großmutter wachten streng über meine Ausbildung. Als die Zeit gekommen war, brachte man mich nach Thunganor, wo einmal im Jahr, die Weihe der Novizen stattfindet. Ein großes Fest wird anlässlich dieses gefeiert, in dem die Novizen beweisen müssen, dass sie dem Alkohol entsagen, damit der Geist rein bleibt. In meinem Jahrgang war ich die einzige Elfe, die anderen konnten mit mir nichts anfangen, aber das war mir gleich, da sie in meinen Augen noch Kinder waren.
Nachdem das Eiskind die Weihe vollzogen und wir in den Kreis der Priesterschaft aufgenommen waren, trat ich meine Aufgabe als Hüterin an. Aus Jahren wurden Jahrzehnte, aus Jahrzehnten wurden Jahrhunderte, bis zu dem Tag an dem eine Nachricht von Aeducnos mich ereilte, in dem er mich zu einem Gespräch bat, da jemand meine Hilfe benötigt. So nehme das Schicksal seinen Lauf.




Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü